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Liebe Leser,

heute hat sich der Bundestag in seiner Sitzung fraktionsübergreifend zur Sterbehilfe festgelegt und ich möchte Ihnen dieses sensible Thema näher bringen! Es geht um die aktive Sterbehilfe, eine Form der Selbstbestimmung und der Befreiung von Leid und Nöten?

Die Würde des Menschen ist unantastbar! GG Art.1 Abs.1

So auch im Angesicht des Sterbens und des Todes. Es darf nicht geschehen, das der Patient / Sterbende am Ende seines Lebens zu dem Schluss kommt, der Gesellschaft sei mehr an dem Tod als am Weiterleben gelegen. Aus diesem Grund gilt für mich das Recht der Selbstbestimmung. Ich selbst, sollte ich noch in der Lage dazu sein, bestimme mein Ende selbst. Für alles weitere gibt es eine Patientenverfügung, die ich jedem Leser nur wärmstens empfehlen kann. So lange Sie noch „Herr“ ihrer Sinne sind, verfassen Sie eine solche Verfügung und legen diese zu ihrem Testament bei. Sie müssen es nicht notariell hinterlegen, allerdings sollten ihre Angehörigen und Freunde den Ort des Schreibens kennen.

http://www.deutsche-privat-pflege.de/patientenverfuegung-formular-kostenlos/?pk_campaign=Google_1t1&pk_kwd=patientenverf%C3%BCgung

Kommen wir nun zur Palliativmedizin:

http://de.wikipedia.org/wiki/Palliativmedizin

Zur Zeit gibt es in diesem Bereich hohe Defizite in der Aus- und Fortbildung sowie der inneren Akzeptanz. Dabei ist das Wirken nicht nur im Sinne des todkranken, auf Begleitung angewiesenen Patienten ein Segen. Begleitet werden im Schnitt bei 800.000 Patienten nicht einmal ein Zehntel der Bedürftigen in Deutschland.

Eine Stärkung des Bereiches der Palliativmedizin würde sich auch positiv auf die Medizin, den Gesetzgeber , der Justiz und der Berufsordnung der Ärzte auswirken, die in Sachen Sterbebegleitung noch nicht einmal eine einheitliche, bundesweite Sprache sprechen. Dies soll sich in naher Zukunft durch eine höhere Finanzierung und mehr Pflegekräfte ändern.

aktive Sterbehilfe

Man unterscheidet ja zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe: Die aktive Sterbehilfe ist ein bewusstes Eingreifen mit dem Ziel, das Leben des Betroffenen zu beenden. Im Gegensatz dazu versucht die passive Sterbehilfe, das Leiden durch Medikamente zu lindern, auch wenn dadurch der Tod eintritt. Zur Zeit ist es nach deutscher Gesetzgebung so, das die passive Sterbehilfe erlaubt ist, wenn der Patient einwilligt. Die aktive Sterbehilfe ist untersagt und führt zur strafrechtlichen Verfolgung. Weder die Kirche, noch die Bundesärztekammer sprechen sich für die Hilfestellung zum Tod aus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sterbehilfe

aktive-sterbehilfe1

Aber gibt es nicht viele Gründe die aktive Sterbehilfe zu legalisieren?

Querschnittslähmung, Krebsdiagnose oder eine bevorstehende Demenz sind nur Beispiele für Gründe, warum Menschen ihr Leben aus der Hand geben wollen, es aktiv beenden möchten und nicht warten möchten, bis die Natur, das Schicksal, die Schöpfung oder an was auch immer sie glauben, sie vom Leiden erlöst. Wenn das eigene Leben nicht mehr selbstbestimmend erscheint, nach eigenen Maßstäben, die sonst kein anderer zu beurteilen hat, nicht mehr in Würde gelebt werden kann oder aber wenn die Angst vor dem Leben größer ist als die Angst vor dem Tod, dann scheint manchen die Sterbehilfe der einzige Ausweg zu sein.

Viele von Ihnen kennen das Beispiel von Udo Reiter (MDR-Indendant von 1991-2011). Er hat sein Leben selbst beendet und in seinem letzten Willen verfügt, das sein Abschiedsbrief im Fernsehen (Günther Jauch) vorgelesen wird.

„Nach fast 50 Jahren im Rollstuhl haben meine körperlichen Kräfte in den letzten Monaten so rapide abgenommen, dass ich demnächst mit dem völligen Verlust meiner bisherigen Selbstständigkeit rechnen muss.“ Hinzu kommt, dass er ein Nachlassen geistiger Fähigkeiten beobachtet habe und befürchte, ihm drohe eine Demenz. Er habe mehrfach erklärt, dass er nicht als ein von anderen abhängiger Pflegefall enden möchte.

„Aus diesem Grund werde ich meinem Leben selbst ein Ende setzen.“ Am 09. Oktober 2014 nahm er sich das Leben.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article135348047/Ich-will-dass-jetzt-Schluss-ist.html

Wer sein Leben beenden möchte, kann dies tun, aus freien Stücken. Er muss es alleine verantworten und durchführen. Aber was ist mit den Menschen, die es nicht mehr können, aber gerne würden? Da sind wir wieder bei §1 unseres Grundgesetzes. Was die Würde ausmacht, wann Sie an ihre Grenzen stößt und wer über ihren Zustand dann schlussendlich befinden und urteilen darf, ist umstritten. Denn mit der Menschenwürde hängt nicht nur das Recht auf ein Leben in eben dieser Würde zusammen, sondern auch ein würdiges Sterben.

Somit stellt sich die Frage nach einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe. Dabei geht es nicht um eine assistierte Selbsthinrichtung und noch weniger um Geschäftemacherei mit der Todessehnsucht, sondern vielmehr um eine Bereitstellung einer gewünschten Hilfe für nicht mehr heilende, oft austherapierte kranke Menschen. Stimmen Sie ab und sagen Sie mir ihre Meinung.

Vielleicht ist uns auch unsere eigene Geschichte im Wege, uns dieser Art der Sterbehilfe zu öffnen. Im Dritten Reich gab es die Bereinigung alles Schlechten und Kranken, die Euthanasie. Und auch unsere christlich geprägte Ethik mit ihrem Schutz allen Lebens wird ihrem Anteil am Widerstand gegen die aktive Sterbehilfe haben. Im Kopf müssen wir uns frei machen, erst dann können wir eine würdige Entscheidung für alle Menschen in unserem Land finden.

Ich wünsche Ihnen trotz dieses schwierigen Themas eine besinnliche Vorweihnachtszeit, Gesundheit und Wohlergehen, und ein selbstbestimmendes Leben!

Ihr

Carsten Renner

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https://carstenrenner.wordpress.com/2015/01/01/impressum-haftungsausschluss-und-datenschutzausfuhrungen/

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