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Werte Leser,

vor einiger Zeit, nämlich zum 01.01.2015 gilt der Mindestlohn in Deutschland mit einem Stundenlohn von 8,50€ brutto pro Arbeitsstunde. Gerade zu beginn wurde die Partei und die Person von den eigenen Reihen gefeiert, die sich den Mindestlohn im Koalitionsvertrag hat schreiben lassen, die SPD und unsere Arbeitsministerin Andrea Nahles. Mit Zustimmung der CDU und CSU wurde der Mindestlohn beschlossen und gilt seitdem für ganz Deutschland. Für ganz Deutschland, nein! Es gibt natürlich Ausnahmen und mittlerweile gibt es bald mehr Ausnahmen wir Regeln. Warum?

Vielleicht war das ganze Programm nicht so durchdacht und Frau Nahles hat sich zu früh dafür feiern lassen. Denn immer mehr Stimmen sind für eine Nachbesserung und das auch aus den eigenen Reihen.

Aber eins nach dem anderen:

Was ist überhaupt der gesetzliche Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn wurde zum 01.01.2015 als 22. Land in Europa von Deutschland eingeführt und soll zur Bekämpfung des auswuchernden Niedriglohnsektors dienen. Damit sollen unwürdige Arbeitsbedingungen und unrealistische Geschäftsmodelle zu den Akten gelegt werden. Er zählt in allen Branchen, auch wenn einige davon bereits vor dem 01.01.15 einen höheren Mindestlohn gezahlt haben. Dies bedeutet mit Einführung der 8,50€ brutto auch eine Nachweispflicht für alle Beschäftigten. D.h. der Arbeitgeber muss nachweisen, wer wann wieviel für die Firma gearbeitet hat. Durch ein ständiges Controlling sollen die Arbeitgeber zur Transparenz gezwungen werden und haben dadurch einen nicht unerheblichen Mehraufwand, egal ob ihre Firma schon vorher mehr gezahlt hat oder nicht. Dies führt bereits heute dazu, das sich ganze Abteilungen damit befassen und somit dem Endverbraucher des Produktes einen höheren Preis abverlangen. Bürokratieabbau sieht anders aus!

 

Was wurde dabei vergessen?

Nun, eine ganze Menge. Denn in Deutschland gibt es viele Arbeiten, die in der Vergangenheit durch eine Aufwandsentschädigung abgegolten wurden. So z.B. bei Sportvereinen der Kassenwart, die Spielerbetreuer oder auch die Spieler selbst. Jetzt müssen zur Zeit auch dort die 8,50€ gezahlt werden, was viele kleine Vereine an den Rand des Bankrotts bringt.

Das Leben ist kein Ponyhof-Mindestlohn

Auch die Winzer und Landwirte haben so ihre Probleme mit dem Mindestlohn, denn dort wird meist saisonbedingt gearbeitet und der Ertrag ist nicht in jedem Jahr derselbe. Somit nimmt man ihnen die Flexibilität und die Preisschwankungen können auch dort zum Konkurs der Betriebe führen. Die gesetzlichen Regelungen ignorieren die wirtschaftliche Notwendigkeiten und am Ende kostet der Mindestlohn Arbeitsplätze.

Auch hat man ausländische Inspekteure verpflichtet, sobald Sie Waren aus Deutschland ein- oder ausführen, den Mindestlohn an ihre Kraftfahrer zu zahlen. Diese mussten sogar ins deutsche übersetze Papiere mitführen, die den Arbeitsvertrag mit Lohnzahlung an den Kraftfahrer belegen konnten. Nach einigen Klagen von polnischen und tschechischen Firmen wurden diese nun erst einmal befreit. Somit gefährdet der Mindestlohn über den Im- und Export das Marktgeschehen und erneut Arbeitsplätze in ungeahnten Umfang.

Das dritte wichtige Thema ist die Schwarzarbeit. Durch einen erhöhten Lohn an die Arbeitnehmer werden viele Firmen gezwungen ihre Leistungen nebenher anzubieten, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können. Somit bringt der Mindestlohn mehr Schwarzarbeit nach Deutschland, was allerdings mit Sicherheit so nicht gewollt war. Gerade im Gaststättenbereich, in Hotels, im Bau- und Landwirtschaftsbereich wird häufig zur Schwarzarbeit gegriffen. Und im Vergleich zu anderen OECD-Staaten liegt Deutschland mit seiner Schattenwirtschaft im Mittelfeld. Somit ist der Mindestlohn ein Sonderkonjunkturprogramm für die Schattenwirtschaft!

Was heisst das eigentlich für den Arbeitnehmer, der 8,50€ pro Stunde brutto bekommt? Zumindest, das er wesentlich weniger verdient wie eine Reinigungskraft, die in vielen Haushalten für 7€ die Stunde netto arbeitet.

Wie hoch ist eigentlich der Aufwand im Staat? Lesen Sie dazu den Beitrag von Finanzexperte Hermann Otto Solms.

portal_liberal_-_mindestlohn_buerokratie_mehrkosten_-_2015-02-04

Allerdings muss man Berlin zu Gute halten, das es mittlerweile auch dort angekommen ist, das immer wenn die Politik in den Markt eingreift, es zum scheitern verurteilt ist. Viele Anhänger der CDU/CSU und auch der SPD fordern von der Arbeitsministerin Nachbesserungen und weitere Ausnahmen, bis irgendwann die Ausnahme die Regel ist.

So viel heisse Luft für… ja für wen eigentlich? Welches Ziel wurde nochmal mit dem Mindestlohn verfolgt? Lesen Sie Berichte über die Links und wie immer, bleiben Sie wachsam.

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-02/mindestlohn-buerokratie-dokumentation

https://www.mindestlohn.de/

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mindestlohn-geschummelt-gestrichen-gemogelt-1.2339313

http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Mindestlohn/inhalt.html

http://das-unternehmerhandbuch.de/2014/09/18/mindestlohn-die-wichtigsten-informationen-auf-einen-blick/

Und zu guter letzt – sollte es keine Schwarzarbeit mehr geben und jeder den Mindestlohn zahlen, dann werden Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich nicht lange auf sich warten lassen. Da sind die gestiegenden Taxipreise ein Klacks. Und die Arbeitslosenzahlen, die bereits heute geschönt dargestellt werden, werden steigen.

Leben wir in einer solchen Solidargemeinschaft, das dies jedem vergönnt ist? Warten wir es ab! Weiterhin bin ich für freie Märkte, die über Angebot und Nachfrage gesteuert werden und diese bestimmen nun mal auch den Preis der Arbeit. Über die Tarifautonomie werden die Verträge ausgehandelt und geschlossen, dafür gibt es die Gewerkschaften in Deutschland. Oh Moment, die sollen ja auch abgeschafft werden! Sorry!

 

Ihr

Carsten Renner

CarstenRenner14-2-14 019

https://carstenrenner.wordpress.com/2015/01/01/impressum-haftungsausschluss-und-datenschutzausfuhrungen/

 

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