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Werte Leser,

gestern Abend durfte ich Dr. Niklas Schörnig lauschen, der ein Referat über die neusten Errungenschaften und die Gefahren der vernetzten Kriegsführung sprach.

Am Anfang stellte er einen Zusammenhang zu unserer Geschichte her und verwies dabei auf die selbst gestellte Aufgaben der westlichen Mächte, so wenig Verluste wie eben nur möglich haben zu wollen. Denn gefallene Soldaten sind in einer sehr medial aufgestellten Welt nicht sehr förderlich für einen Staat. So verzeiht man dem Militär eventuell unschuldige, zivile Tote, aber schwieriger wird es bei eigenen Soldaten. So gab es 1991 im Golfkrieg ca. 200 getötete US-Soldaten, im Kosovo bis 2001 keinen und im Irakkrieg, bis zur großen Rede des kleinen George Bush auf dem Flugzeugträger, 138 Gefallene.

Durch die starke Medienpräsenz in den letzten zehn Jahren hat sich das Schlachtfeld verändert. Live-Berichterstattung in deutschen Wohnzimmern ist zum Alltag geworden. Wenn ein Soldat verstirbt, dann weiß gleich jeder den Namen, das Alter, verheiratet ja oder nein und wie viele Kinder er hat.

Durch den technologischen Fortschritt werden heute Kriege aus der Distanz geführt, ohne eigene Verluste und mit geringen zivilen Toten.

Dies geschieht natürlich im Einklang mit den zentralen demokratischen Werten und Normen unserer westlichen Nationen. Wie verbessert man die Kriegsführung so, das die eigenen Soldaten geschützt werden und somit der Imageschaden so gering wie möglich bleibt?

1) Outsourcing : Die US-Armee haben viele Dinge, die im direkten Kontakt mit dem Feind stehen, ausgelagert und es somit nicht mehr zu ihrem Problem gemacht. Black Water ist wohl der bekannteste Fall im Outsourcing.

2) Arbeitsteilung: Der Angriff wird aufgeteilt. Erst die Luftschläge und dann lokale Bodentruppen, wie zuletzt in Afghanistan.

3) Spezialeinheiten: Immer mehr Spezialkräfte werden eingesetzt, in kleinen auf sich gestellte Gruppen. Auch die Bundeswehr mit ihren KSK-Kräften und weiteren Gruppierungen hat diese Art der Kriegsführung erkannt und bereits Erfahrungen gesammelt.

4) Cyberwar: Ein Milliardengeschäft und ein Wettlauf mit der Zeit. Wer sich noch an die alten Filme wie „Terminator“ oder „StarWars“ erinnert, der weiß, was ich meine. Es geht um Viren und Hacking!Um Mensch und Maschine!

5) Hightech: bereits in den 70ér Jahren wurde der Hightechkrieg als der Krieg der Zukunft beschworen. Führend war damals die russischen Forscher. Erst in den 90ér Jahren wurde es auch in den USA populär. Es geht um die vernetzte Kriegsführung.

Kennen Sie den Begriff RMA? Revolution in Military Affairs

http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_in_Military_Affairs

Es geht um drei Aspekte der perfekten Kriegsführung. Stealth Technologie, Aufklärung in Echtzeit und Präzisionswaffen (Wirkmittel). Um eine Vernetzung dieser Technologien und damit um die Vorreiterschaft im modernen Krieg.

Bereits Clausewitz sprach davon, den Nebel zu lichten und mit Überlegenheit zu führen.

http://de.wikiquote.org/wiki/Carl_von_Clausewitz#Zitate_mit_Quellenangabe

Es geht um Informationsüberlegenheit, um schnelles zielen, effektives handeln und die Distanzierung zum Kampfgeschehen. Eine Möglichkeit dies alles zu vereinen ist die bewaffnete Drohne.

2012 waren es noch 76 Staaten, die über unbewaffnete Drohnen verfügten, 2013 stieg die Anzahl schon auf 87 und 2014 auf 90 Staaten, davon 7 Staaten mit bewaffneten Drohnen. Viele andere Nationen streben nach einer Bewaffnung zur Steigerung der Effektivität. Auch in Deutschland wurde diese Diskussion im Bundestag geführt und noch nicht zum Abschluss gebracht.

Ein großer Vorteil der Drohnen, wie z.B. der Predatordrohne der US-Streitkräfte, ist die lange Verweildauer von bis zu 48h am Himmel. Sie vereint bereits heute die Aufklärung mit der Präzisionswaffe. Zur Verbesserung fehlt jetzt nur noch die Stealthtechnologie, die allerdings in den nächsten Jahren kommen wird. Ein großer Nachteil ist die Gefahr im eigenen Haus, denn man sieht sie kaum, hört sie nicht und bemerkt sie erst, wenn es zu spät ist.

http://www.welt.de/wirtschaft/article136849425/Betrunkener-Agent-fliegt-Drohne-ins-Weisse-Haus.html

Auch auf dem Land und im Wasser setzt man auf diese Technologie. Unerkannt an den Feind! Doch wo stecken die Probleme und die Gefahren dieser Robotisierung?

Zum einen ist man durch die Ersparnis von Menschenleben geneigt, schneller zu der Waffe des Krieges zu greifen. Es könnte also zu einer Stärkung der Exekutiven kommen. Dadurch das keine eigenen Menschenleben mehr gefährdet werden, könnte man auch darauf verzichten, das Parlament zu beteiligen. So geschehen in den USA 2011 im Libyenkonflikt. In den USA darf der Präsident seine Armee im Notfall 60 Tage lang einsetzen ohne den Kongress zu beteiligen. Dann hat eine Beteiligung und Genehmigung zu erfolgen. Ist das nicht der Fall, dann werden die Soldaten wieder abgezogen. Allerdings argumentierte man damals, das ja keine eigene Soldaten im Kampfgeschehen verwickelt sind und somit eine Beteiligung entfallen könnte.

Es kann also zu einer sinkenden Hemmschwelle beim Einsatz von RMS kommen. Studien belegen allerdings, das die Hemmschwelle bei Politikern niedriger ist wie bei Soldaten. Da Soldaten die Situationen anders beurteilen und auch versuchen Herr der Lage zu bleiben, haben Sie ein höheres Verantwortungsgefühl in solchen Situationen.

Wohin geht der Trend? Zu autonomen Systemen. Bereits 2011 hatte die US-Army ein Datenaufkommen von 53 Terrabyte pro Tag. Jeder der eine Festplatte von einem Terrabyte zu Hause hat, weiß was das heisst. Und da der Mensch diese Datenmenge nicht überblicken kann, wertet die Maschine (der Computer) diese Daten in Millisekunden aus. Seine Entscheidungen werden hingenommen, so wie Sie zu Hause das Update installieren, weil der Rechner Ihnen das empfiehlt. Das bedeutet eine hohe Abhängigkeit vom System.

Ein Drohne kann bereits heute Flugmanöver bis 25G fliegen. Das sind Kräfte, die ein Mensch nicht überleben würde. Ausgebildete Kampfpiloten schaffen kurz 9G, in Achterbahnen kommt man auf 3G. Ein neues Wettrüsten hat begonnen. Es gibt bereits Pläne von großen Rüstungsfirmen, die eine Drohne mit Stealthtechnologie, einer hohen Zuladung und einer hohen Geschwindigkeit dank Jetantrieb in der Schublade haben. Dies bedeutet allerdings auch, das auf Grund der Geschwindigkeit an schnellen Entscheidungen, die Systeme diese treffen müssen, da der Mensch dazu nicht mehr in der Lage ist. Das heisst, das sich eine vermeintlich gar nicht so schlimme Aktion schnell aufschaukeln kann und zu einer Kettenreaktion führt, die nicht mehr zu stoppen ist.

Ron Arkin sprach einmal von einer ethnischen Programmierung von Maschinen, dadurch käme man zur humanitären Kriegsführung. Beängstigend zu hören, Maschinen mit Gefühl? Oder ohne Gefühl? Beides sollte niemals autark arbeiten dürfen! Allerdings geschieht dies schon heute. Nicht im Militär, sondern im Bankensystem. In sekundenschnelle werden Entscheidungen getroffen und wie es die Vergangenheit gezeigt hat, nicht immer zum Wohle des Menschen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_C._Arkin

Man spricht im Militär von LAWS – lethale autonome Waffensysteme

Dies hat dazu geführt, das bereits im Mai 2014 in Genf diese Gefahr erkannt wurde und zu heftigen Diskussionen führte, die in diesem Jahr im April fortgeführt werden sollen. Es geht darum, ob man Maschinen diese Entscheidungen überlassen soll. Ob der Mensch in der Lage ist, eine solche Kettenreaktion zu stoppen! Ob ein autonomes System nicht auch gegen einen selbst verwendet werden kann.

Einige Fragen zum Nachdenken:

Kann man das humanitäre Völkerrecht in Computer programmieren?

Was ist mit Cyberattack?

Ist Krieg aus Versehen möglich?

Weil sich Computer selbst steuern und dadurch ein Schwarmverhalten an den Tag legen könnten! Vor ein paar Jahren hätte man mich mit diesem Artikel in die Ecke der Verschwörer gesteckt. Heute ist es zur Realität geworden.

Was kommt als nächstes? Welchen Nutzen hat man durch die Nanotechnologie? Kann man Mensch und Maschine verbinden? Bekommen vielleicht bald Menschen kleine Chips implantiert und werden zu Cyborgs? Es klingt schlimm, allerdings ist der Mensch der Auslöser und die Maschine nur der Empfänger.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cyborg

Aus persönlicher Sicht hoffe ich auf die Vernunft! Allerdings war es in der Vergangenheit nicht so weit her mit dieser und so bleibt mir für heute nur zu sagen: Bleiben Sie wachsam!

Ihr

Carsten Renner

CarstenRenner14-2-14 036

https://carstenrenner.wordpress.com/2015/01/01/impressum-haftungsausschluss-und-datenschutzausfuhrungen/

 

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