Schlagwörter

, , , ,

Werte Leser,

gestern Abend durfte ich einem Vortrag in Bonn Bad Godesberg lauschen, in dem es um die Mietpreisbremse und ihre Auswirkungen ging. Es waren im Plenum verschiedenste Gruppen anzutreffen, so das auch im Nachgang noch viel Diskussionsbedarf war. Vertreten waren Mieter, wie Vermieter, Grundstücksbesitzer, ein Vorstandsmitglied von Haus und Grund aus Bonn und ein Politikberater aus dem Rhein-Sieg Kreis.

Da ich mich im Vorfeld mit dieser Thematik nur bedingt auseinandergesetzt habe, konnte ich ganz vorbehaltlos in den Abend gehen und war erstaunt über die Informationsvielfalt und vor allem über die Auswirkungen, die dieses Thema mit sich bringt.

Jetzt zum Inhalt:

Bereits der Vorredner kam gleich zum Punkt falscher Politik. Denn diese versucht immer die Symptome zu behandeln, aber nicht die Ursache. Was ja bereits in der Vorgehensweise ein großer Fehler ist, denn wenn ich immer nur die Auswirkungen behandel, habe ich keine Heilungschance.

In den letzten sieben Jahren sind die Durchschnittsmieten in Deutschland um ca. 20% gestiegen. Die Kosten der Bestandsbauten um ca. 23% und die der Neubauten um ca. 40%. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer! Denn die Investoren für Neubauten und da reden wir nicht über den Häuslebauer mit einem Drei – oder Vierparteienhaus, wird sich natürlich nach der Fertigstellung auch eine angemessene Miete für sein Objekt wünschen. Denn diese Investoren rechnen wirtschaftlich und wünschen sich natürlich eine gute Rendite für ihr Projekt / Objekt. So werden die Mieten also auch in den nächsten Jahren weiter rapide steigen!

Was bestimmt den Mietpreis?

Zum einen ist es natürlich die Nachfrage. Ist das Angebot geringer wie die Nachfrage, steigt die Preisspirale ins unermessliche. Die Nachfrage ergibt sich aus dem wirtschaftlichen Umfeld, d.h. was bietet mir die Region gerade im Hinblick auf Arbeitsplätze und adäquaten Wohnraum.

Hinzu kommt, das es immer mehr Singlehaushalte gibt, somit belegt eine Person Wohnraum, indem früher vielleicht ganze Familien gelebt haben, denn auch der Bedarf an zusätzlicher Wohnfläche nimmt zu. Hinzu kommen die technischen Standards (Schall, Klima, Brandschutz und Gesundheit), die sozialen Standards (Barrierefreiheit in einer immer älter werdenden Bürgerschaft) und die Baulandpreise. Allein die hohe Zahl der Singlehaushalte verknappt den zur Verfügung stehenden Wohnraum erheblich.

Und jetzt kommt das Schizophrene:

Der Bund hat in den letzten zwanzig Jahren ganz viele unrentable Wohnungen auf den Markt geworfen und kaum noch neuen Wohnraum geschaffen, gerade im Sozialbau wurde erheblich eingespart, was die missliche Lage noch weiter verschärft.

Die Politik und damit meine ich alle Parteien im Bundestag haben sich für mehr bezahlbaren Wohnraum stark gemacht und versuchen es nun einzudemmen und zu beschränken. Abenteuerlich!

Dazu wird neues Bauland künstlich verknappt. Einige Länder und Kommunen wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen werden in den nächsten Jahren immer weniger Bauland zur Verfügung stellen. Der Plan ist sogar bis zum Jahr 2025 kein neues Bauland mehr zum Verkauf anzubieten. Das heißt, es darf erst wieder ein Haus neu gebaut werden, wenn an irgendeiner Stelle ein altes Gebäude oder eine alte Straße abgerissen wird und dann auch nur an dieser Stelle. Das ist unattraktiv und treibt die Bodenpreise weiter nach oben, was den Mietpreis natürlich auch weiter treibt.

Und nicht das Sie jetzt glauben, genau deshalb gibt es ja die Mietpreisbremse. Das ist leider falsch! Ich möchte Ihnen das ein einem einfachen Beispiel zeigen:

Wenn Sie in Besitz einer Wohnung sind, die Sie für 5€ vermieten, der ortsübliche Mietspiegel bei 6€ liegt, dann dürfen Sie nach der neuen Gesetzeslage vom nächsten Mieter 10% mehr verlangen, wie die ortsübliche Miete. Das heißt 6,60€, eine Steigerung von 1,6€ zu ihrem alten Mietpreis. Bei Neubauten allerdings verhält es sich anders! Dort legen Sie die erste Miete selbst fest, die auch weit über derm Mietpreisspiegel der Region liegen kann, z.B. bei 10€. Danach dürfen Sie diese Miete allerdings solange nicht anheben, bis der Mietpreisspiegel bei 11€ liegt, nämlich 10% über dem Ihrigen. Danach können Sie ihn anpassen!

Was bedeutet das? Sie als Investor werden sich natürlich sehr genau überlegen, wen hole ich mir in diese Wohnung, wie hoch gestalte ich die Anfangsmiete und vor allem, in welcher Region lohnt sich eine Investition!

Wenn man sich dann mal die Statistik der Regionen in Deutschland anschaut, stellt man sehr schnell fest, wo es sich in Zukunft lohnt zu leben, wo das gesellschaftliche Leben stattfindet, wo mir genau das geboten wird, was ich benötige zum glücklichen älter werden.

Die teuersten Gebiete sind der süddeutsche Raum, Bayern und Baden-Württemberg. Hinzu kommen einige Städte wie Hamburg, Frankfurt, Köln, Bonn, Wiesbaden, die außerhalb dieser Länder liegen. Und Dresden! Die Stadt Dresden saugt zur Zeit das ganze Umland leer, d.h. es entvölkert Sachsen und sie Menschen ziehen in die Ostmetropole. Im Osten allgemein ist es seit der Wende unattraktiv zu leben, zumindest laut Statistik.

Und so möchte ich es bewenden lassen mit noch einer weiteren Zahl:

In 2012 hatte Deutschland eine Grunderwerbssteuereinnahme von 7,4 Mrd Euro! Durch die Mietpreisbremse sollen Mieter ganze 280 Millionen Euro sparen.

Wie gewohnt noch ein paar Links, denn Sie wissen ja – nur einer Quelle zu vertrauen ist ein Fehler!

http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-kabinett-beschliesst-mietpreisbremse-aid-1.4257986

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/mietpreisbremse-auswirkungen-fuer-makler-mieter-eigentuemer-a-959803.html

http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/whats-right-die-mietpreisbremse-ist-bonsai-sozialismus/9868508.html

Ach ja, bevor ich es vergesse! Der Mietspiegel soll gemäß der Regierung in den nächsten Jahren per Gesetz neu geregelt werden.

Bleiben Sie wachsam!

Ihr

Carsten Renner

Bild

https://carstenrenner.wordpress.com/2014/05/15/impressum-haftungsausschluss-und-datenschutzausfuhrungen/

 

Advertisements